In der Entwickler-Szene ist „Headless Commerce“ das Buzzword des Jahrzehnts. Agenturen lieben es, weil sie teure Entwicklungsstunden verkaufen können. Aber braucht dein Shop wirklich eine komplett maßgeschneiderte Architektur? Wir geben eine ehrliche Antwort: Wahrscheinlich (noch) nicht.
Es ist ein klassisches Szenario: Eine Marke macht 500.000 € Umsatz im Jahr und fragt nach einer „Headless React-Lösung“, weil sie gehört haben, dass das schneller sei. Unsere Antwort ist oft hart, aber fair: „Bleib bei einem guten Theme. Investier die 30.000 € Entwicklungsbudget lieber in Ads und Content.“
Tech ist kein Selbstzweck. Tech ist ein Werkzeug. Hier ist unser Leitfaden, ab wann du den Hammer gegen den Presslufthammer tauschen solltest.
Level 1: Das optimierte Theme (0 € bis ca. 5 Mio. € GMV)
Im Jahr 2026 sind Shopify-Themes (besonders seit der Online Store 2.0 Architektur) extrem leistungsfähig. Für 95 % aller Brands ist ein customized Theme die wirtschaftlich klügste Entscheidung.
Warum ein Theme reicht:
- Time-to-Market: Wir können einen High-End-Shop in 4–8 Wochen launchen, nicht in 6 Monaten.
- Stabilität: Du nutzt die Infrastruktur von Shopify. Wenn Black Friday kommt, hält der Shop.
- Wartung: Du brauchst kein In-House Developer-Team, um einen Banner zu tauschen. Dein Marketing-Team kann den Shop steuern.
Ein Beispiel aus unserem Portfolio: Bei Ghostchef Kitchen oder StyriaPura geht es um Conversion, klare Flows und Branding. Ein sauberes, stark modifiziertes Theme leistet hier genau das, was es soll: Es verkauft, ohne technische Schulden aufzubauen.
Level 2: Custom Development & Apps (Spezialanforderungen)
Manchmal reicht der Standard nicht. Du brauchst einen Produkt-Konfigurator? Ein komplexes Abo-Modell? Hier bleiben wir oft noch im Shopify-Ökosystem, schreiben aber Custom Apps oder bauen einzelne Sektionen mit eigenem Code (Liquid + JavaScript).
Das ist der „Hybrid-Ansatz“: Die Basis bleibt wartungsfreundlich, aber die Kern-Funktionen sind maßgeschneidert.
Level 3: Headless & Custom Stack (Ab 5–10 Mio. € GMV oder extremer Brand-Experience)
Wann also wechseln? Wann lohnt sich „Headless“ (die Trennung von Frontend und Backend)? Der Wechsel lohnt sich, wenn Technologie zum Flaschenhals für dein Wachstum wird.
Die 3 validen Gründe für Headless:
- Radikale Performance: Du brauchst Ladezeiten unter 100ms weltweit, weil du in internationalen Märkten skalierst.
- Design ohne Raster: Deine Brand-Experience ist so einzigartig (viel 3D, WebGL, Gamification), dass jedes Template-Raster dich einschränkt.
- Multi-Channel-Komplexität: Du verkaufst nicht nur im Web, sondern spielst Content in Apps, auf Smart-Watches oder POS-Terminals aus derselben Datenquelle aus.
Aber Vorsicht: Ein Custom-Stack bedeutet, dass du für alles verantwortlich bist. SEO, Hosting, Sicherheit, Updates. Die Betriebskosten steigen massiv.
Fazit: Ehrlichkeit spart Geld
Bei Webformance bauen wir keine Luftschlösser. Wir analysieren deinen Status Quo. Wenn du 2 Millionen Umsatz machst, bauen wir dir den besten, schnellsten Theme-Shop deiner Nische und stecken den Rest des Budgets in Performance Marketing und Content, um dich auf 5 Millionen zu bringen.
Erst wenn du dort bist, reden wir über Headless.
Tech folgt Strategie. Nicht umgekehrt.